Historie


Die Karte zeigt die Herzogtümer Heinrichs des Löwen sowie welfische Besitzschwerpunkte.

Quelle: Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125 - 1235. Katalog der Ausstellung Braunschweig 1995, Bd. 1: Katalog, hg. von Jochen Luckhardt und Franz Niehoff (1995) S. 268.


Unsere Geschichte

Nachfolgend in etwa zu unserem Zeitfenster passend die geschichtlichen Fakten.

1147
Bernhard von Clairveaux veranlaßt den 2. Kreuzzug, welcher unter dem Stauferkönig Konrad III stattfindet. 2. Kreuzzug 1147-1149 Sächsische Fürsten führen mit Unterstützung christianisierter Slawen einen Kreuzzug gegen die Obotriten und die Liutizen.
1152
bis 1190 Friedrich I Barbarossa, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (HRRDN)
1154
Urkundliche Ersterwähnung von Rudolstadt. Heinrich II. (Anjou-Plantagenet) besteigt den Thron von England. Seine Mutter Mathilde, Tochter Heinrich I und Witwe des Kaisers Heinrich V , war auf Drängen ihres Vaters mit Gottfried, Sohn des Grafen von Anjou verheiratet worden. Gottfried trug den Beinamen Plantagenet. Damit entsteht die Linie Anjou-Plantagenet, die bis 1399 über England herrscht.
1155
Kaiserkrönung Friedrich I (Beiname: Barbarossa) in Rom.
1158
Regierungsbeginn Kaiser Friedrich I Barbarossa. Unter ihm erreichte die Stauferzeit ihre Blüte in Baukunst, höfischer Ritterkultur und Wissenschaft (um 1200 Gründung von Universitäten in Paris und Bologna). Heinrich der Löwe verlegt das Marktrecht von Föhring nach Süden "zu den Mönchen". Damit ensteht die Stadt München.
1159
In Utrecht schliessen sich die Ministerialen zusammen. Im Deutschen Reich herrschte eine traditionelle Trennung zwischen Hochadel (Herzöge und Grafen) und niederem Adel, der direkt einem Hohen Herrn unterstellt war.
1160
Im Bündis mit dem Dänenkönig Waldemar I führt der Herzog der Sachsen, Heinrich der Löwe, einen Kreuzzug gegen die Wenden. Die Obotriten (auch: Abodriten) unter ihrem König Niklat werden ihm tributpflichtig.
1161
Herzog Hermann wird am Herzogstuhl eingesetzt
1164
Thomas Beckett, Erzbischof von Canterbury, weigert sich die Konstitionen von Clarendon anzuerkennen. Heinrich II. (Anjou-Plantagenet) versuchte einige königliche Rechte gegenüber dem Klerus zu etablieren.
1170
Blüte der höfischen Dichtung mit Chrétien de Troyes, Wolfram von Eschenbach und Walter von der Vogelweide.1170-1220 Thomas Beckett, Erzbischof von Canterbury und ehemaliger Kanzler des englischen Königs, wird im Auftrag Heinrich II. (Anjou-Plantagenet) von Rittern in der Kathedrale von Canterbury erdolcht.
1171
In Frankreich, genauer in Blois, werden erstmalig Beschuldigungen gegenüber den Juden aufgebracht. Angeblich pflegten sie Christenkinder zu schlachten. Der hier begründete Wahn zog sich durchs gesamte Mittelalter.
1172
bis 1190 Herrschaft von Landgraf Ludwig III. dem Frommen.
1175
Erzbischof Wichmann von Magdeburg belegt jedem der an einem Turnier teilnimmt mit dem Bann, als ihm bekannt wird, das über´s Jahr auf verschiedenen Turnieren insgesamt 16 Edelleute ums Leben gekommen sind.
1178
Die deutschen Fürsten klagen auf dem Reichstag zu Speyer gegen Heinrich den Löwen. Offiziell geht es um Einzelheiten, doch hinter dem steht die Ansicht, dass der mächtige Heinrich allgemein als Gefahr gilt.
1179
Wiederholung der Anklagen gegen Heinrich den Löwen auf dem Reichstag in Worms.
1180
Ehrenvorrang des Landgrafen gegenüber den Herzögen des Reiches in der Gelnhäuser Urkunde anerkannt (13.05.1180). Belehnung der Thüringer Landgrafen mit der Pfalzgrafschaft Sachsen (Allstedt). Der Pfalzgraf von Wittelsbach erhält das Herzogtum Bayern, das Heinrich dem Löwen auf dem Reichstag in Magdeburg entzogen wurde.
1181
Heinrich der Löwe wird von Friedrich Barbarossa zwar aus der Acht freigesprochen, verliert aber bis auf sein Erbgebiet um Braunschweig und Lüneburg alle Besitztümer. Er wird für drei Jahre vom Reichsgebiet verbannt.
1183
bis 1189 Thüringen tritt in die hochmittelalterliche Literaturlandschaft ein (Vollendung des Romans Aeneas durch Heinrich von Veldecke).
1187
Das christliche Königreich Jerusalem, geschwächt durch innere Ohnmacht und Thronwirren, wird durch Sultan Saladin eingenommen. Grund für den 3. Kreuzzug. Schlacht bei Hattin.
Am 4. Juli 1187 erlebten hier dei Kreuzfahrer wahrscheinlich ihre größte militärische Niederlage. Zwischen Akko und dem See Genezareth, im Süden der "Hörner von Hattin" trafen hier die Kreuzfahrer auf die Truppen von Saladin. Es sollen 1200 Ritter und 20.000 Soldaten gewesen sein die unter Reimund von Tripolis und König Guido von Jerusalem angetreten waren.
König Guido und der Großmeister der Templer gerieten am Ende der Schlacht in Gefangenschaft. Raimond von Tripolis konnte entfliehen. Rainald de Chattillon wurde nach der Gefangennahme enthauptet. Nur etwa 200 Ritter hatten sich am Ende durch Flucht retten könnne. Durch diese Schlacht ging Jerusalmen wieder verloren. Die Nachricht dieser vernichtenden Niederlage führte letztlich zum dritten Kreuzzug.
1189
3. Kreuzzug.1189-1192
Der dritte Kreuzzug war ein von der Kirche geförderter Kriegszug zur Rückeroberung Jerusalems von den Moslems. Der Kreuzzug wurde von Philipp II. von Frankreich, Richard I. von England und Kaiser Friedrich I (Friedrich Barbarosssa) angeführt und erreichte lediglich die Eroberung der Stadt Akkon durch die Kreuzfahrer. Kaiser Friedrich I kam im Verlauf des Kreuzzuges ums Leben
1190
Friedrich Barbarossa ertrinkt im Fluß Saleph. bis 1217 Regierungszeit von Landgraf Hermann I. Die Wartburg wird kulturelles Zentrum der mittellhochdeutschen Dichtung, Sängerkrieg um 1206. Höchste Machtentfaltung des mittelalterlichen Kaisertums
1198
Papst Innozenz III. Unter ihm Höhepunkt der päpstlichen Machtstellung. 1198-1216
1199
Bestätigung des Deutschen Ordens durch den Papst.
1200
Blütezeit des mittelalterlichen Norwegens Um 1200 -- In Japan bildet sich die Kriegerkaste der Samurais aus. In Südfrankreich entsteht auf dem Boden des Grafen von Toulouse die nach der Stadt Albi benannte Albigenser-Bewegung. Eine gnostische Sekte, die auch in Deutschland Anhänger gewann, und sich selbst Katharer nannte. Daraus wurde unser Wort Ketzer.
1202
4. Kreuzzug 1202-1204
1204
Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer.
1209
Beginn der Kreuzzüge gegen die Albigenser (Katharer in Suedfrankreich) Verleihung des Titels Vogt an die Reußen in Weida.
1212
König Friedrich II., Kaiserkrönung 1220 Der Kinderkreuzzug
Ein Merkwürdiges Ereignis, denn zwischen den beiden Zügen (Deutschland und Frankreich) ist keinerlei Verbindung erkennbar. Laut Stadtchronisten sollen im Jahr 1212 zwischen 7.000 und 25.000 Kinder, aber auch Erwachsene, ausgehend von Köln und Lothringen ins Heilige Land aufgebrochen sein.
Als Anführer wird ein charismatischer Kölner Junge namens Nikolaus(möglicherweise ein junger Adliger) bzw. in Frankreich ein Junge namens Stephan genannt.
Über den deutschen Kreuzzug liegen eingie glaubwürdige, zeitgenössiche Dokumente vor.
Von Seiten der Geistlichkeit wurde dieses Vorhaben Berichten zu Folge abgelehnt.
Das Schicksal der Kinder ist unsicher.
Möglich, daß ein Teil von ihnen in Marseille, Genua oder Brindisi an Bord von Schiffen gegangen ist, von den Kapitänen aber als Sklaven verkauft wurden.
Andere wiederum sollen Rom erreicht haben.
Die ablehnenden Haltung der Kirche hat sie wohl zur Aufgabe ihres Vorhabens bewogen.
Einige von ihnen kehrten über die Alpen zurück, andere blieben als Bedienstete in Italien.
Es gibt leider nur wenige Quellen zu den Kinderkreuzzügen.
Falls sie tatsächlich stattgefunden haben, so setzte die Legendenbildung möglicherweise schon sehr fruehzeitig ein.
Der Rattenfänger von Hameln soll sich darauf beziehen.
Eine recht ausführliche Darstellung bietet Thomas Ritter, "Im Namen des Herrn". Die deutschen Fürsten der staufischen Partei wählen unter Einflußnahme Papst Innozenz III. dessen Mündel Friedrich II., König von Sizilien, Sohn Heinrich VI , zum deutschen (Gegen-)König, nachdem Innozenz III. 1209 den Welfen Otto IV. von Braunschweig zum Kaiser gekrönt und 1210 wegen seines Vormarsches auf Sizilien geächtet hatte.
Friedrich II., zur Krönung in Mainz in Deutschland, schließt Bündnis mit Philipp II. August von Frankreich.
Otto IV. vereinigt sich mit England und den niederrheinischen Fürsten gegen Friedrich II. In der Schlacht bei Tolosa schlagen die vereinigten Ritterheere der Könige von Kastilien, Aragon und Navarra das islamische Almohadenheer derart vernichtend, daß deren Macht in Spanien zerfällt. Johann ohne Land von England unterwirft sich dem Papst und akzeptiert England als päpstliches Lehen, um sich vom Bann zu befreien.
Möglicherweise brachte ihm dies den Beinamen Johann ohne Land , ein König ohne eigenes Land, ein.
1215
Magna Charta (libertatum) in England: König Johann Ohne Land; Englische Barone erzwingen von König Johann I. folgende Privilegien: freie Städte, freier Verkehr der Kaufleute, Erblichkeit der Lehen und freie Wahl der Bischöfe durch die Geistlichkeit) verbriefte das Widerstandsrecht der Barone gegen den englischen König. Die Magna Charta gilt als Grundstein der englischen Verfassung. Blütezeit der Staufer Papst Innozenz III.: Der "Schiedsrichter in Europa" / Laterankonzil
1216
Der Bettelorden der Dominikaner wird gegründet und vom Papst bestätigt. Geoffroy de Mandeville, Earl von Essex, wird auf einem Turnier zu Tode getrampelt.
1217
Kreuzzug gegen Ägypten. 1217-1221 bis 1227 Regierungszeit des Landgrafen Ludwig IV. ("dem Heiligen"), Gemahl der heiligen Elisabeth (Tochter des ungarischen Königs Andreas und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs-Meran). Nach dem Tode Ludwigs geht Elisabeth über Bamberg nach Marburg, sie stirbt dort 1231 (Heiligsprechung > 1235).
1218
5. Kreuzzug 1218-1229
1220
Das Mühlhaeuser Rechtsbuch erscheint. Es ist das erste Stadtrechtsbuch in deutscher Sprache. Nordhausen wird Freie Reichsstadt. In der Confoederatio cum princibus ecclesiasticis werden neue Fürstengesetze formuliert: Überlassung des Zins-, Münz und Zollrechts sowie große Teile der Gerichtsbarkeit an weltliche und geistliche Fürsten. Dies führt zu einer erneuten Einschränkung der Königsmacht.
1226
Gründung der Stadt Hamm
1227
bis 1240 gemeinsame Verwaltung der Thüringer Landgrafschaf durch Heinrich Raspe IV. und Konrad.
-1254 Erbitterter Machtkampf der Staufer mit dem Papsttum, der mit dem Tod des Stauferkönigs Friedrich II. im Jahre 1250 endet. Sein Tod beendete gleichzeitig die Stauferepoche. Aus der Lebensgeschichte des Ritters Ulrich von Lichtenstein sind interessante Einzelheiten über die Kleidung des Mittelalters zu erfahren. Der Ritter lässt sich für seinen exklusiven Minnedienst ein Dutzend Frauenkleider schneidern, zu denen er dreißig Paar Ärmel anfertigen lässt. Man geht dementsprechend davon aus, dass Ärmel im Mittelalter mit Knöpfen oder Bändern am eigentlichen Rock befestigt sind.
1228
5. Kreuzzug; Vertrag zwischen Friedrich II. und Sultan al-Kamil: Friedrich II. erfolgreich durch Verhandlungen. 1228-1229
1230
durch die Übersetzung französischer Ritterepen hält die höfische Sitte in Norwegen Einzug.
1232
Kaiser Friedrich II. verlegt seinen Sitz nach Palermo und fördert Kunst und Kultur. Er gesteht den deutschen Fürsten und den geistlichen Herrschern mehr Hoheitsrechte zu. In die Praktiken der Inquisition kommt durch Verfügung Regelung als die Kirche dem Dominikanerorden den Auftrag zur Ermittlung von ketzerischen Umtrieben überträgt. Für diesen Orden bürgert sich die Bezeichnung "Hunde des Herrn" (domini cani) ein.
1234
Kreuzzug gegen die Stedinger Friesen (Bauern);
Vorwürfe: Teufel in Gestalt eines Bockes/Frosches, Homagium, Unzucht. Dem Erzbischof von Bremen ging es um die Abgaben der Stedinger, die sie ihm aus politischen Gründen verweigerten;
Folge: Vernichtung der Aufständischen bei Altenesch, der Rest erkennt die Forderungen an. Der Aufstand der Stedinger Bauern gegen den Bischof von Bremen wird blutig niedergeschlagen. Die Bauern hatten die Abgaben verweigert, woraufhin der Papst sie zu Ketzern verurteilte.
1241
Schlacht bei Liegnitz zwischen dem deutsch-polnischen Ritterheer und den Mongolen. Obwohl die Mongolen siegen, ziehen sich diese aufgrund des Todes ihres Groß-Khans nach Asien zurück. Der "Mongolensturm" endet bei der Schlacht von Liegnitz
1242
Einsetzung des Landgrafen Heinrich Raspe IV. als Reichsverweser. Er wird im Jahre
1243
Bürgerliche Verwaltung in Erfurt.
1244
Ende der Albigenserkriege. Jerusalem wird von den Moslems endgültig zurückerobert.
1246
gegen den Staufer Friedrich II. zum Gegenkönig gewählt. Schlacht auf dem Peipussee.
Am 5. April diesen Jahres ficht ein russisches Herr unter Alexander Newski gegen den Deutschen Orden und den Schwertbrüderorden (freie umherreisende Ritter, die sich von Schlachten gegen die Heiden die Gnade Gottes erhoffen).
Die Russen setzen mit ihrem Sieg der Ostexpansion ein Ende. Man schätzt, das hier 15.000 Mann auf Seiten der Nowgoroder gegen ca. 10.000 Ordensritter angetreten waren.
Der Hochmeister des Deutschen Ordens gerät in Gefangenschaft.
1247
bis 1264 Erbfolgekrieg nach dem Tod des kinderlosen Landgrafen Heinrich Raspe IV. zwischen Sophie von Brabant (der ältesten Tochter Ludwigs IV. und der hl. Elisabeth) und dem Wettiner Markgrafen Heinrich dem Erlauchten von Meißen. An diesen fällt die Landgrafschaft im. Jahr 1264. Größere Städte hatten öffentlich verwaltete Siechenhäuser, die allerdings gemessen an der Einwohnerzahl recht geringe Kapazitäten hatten. Das Siechenhaus der Stadt Köln hatte Platz für 100 Kranke.
1248
6. Kreuzzug unter Ludwig IX , Koenig von Frankreich gegen Ägypten. 1248-1254
1250
Die Inquisition beginnt mit der planmäßigen Verfolgung von Menschen, die von den katholischen Glaubenssätzen abweichen und als Ketzer erkannt werden, sowie deren Folterungen und Verbrennungen. Im Laufe der Zeit mehrere Millionen Opfer. Die Carmina Burana entsteht als Sammlung mittelalterlicher und deutscher Lieder. Mittelalterliche Einteilung der "freien Künste" in "Trivium" (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) und "Quadrivium" (Musik, Astronomie, Arithmetik, Geometrie). Tod Friedrichs II. Der französische Architekt Villard de Honnecourt beschreibt eine Uhr, die mit Gewichten funktioniert. Es wird angenommen, das die ersten mechanischen Uhren, die Räderuhren, Ausgangs des 13. Jahrhunderts auf kamen.
1254
Hofkaplan Robert de Sorbon gründet in Paris die Theologenschule, die ab dem 14. Jh. nach ihm Sorbonne genannt wird.