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Acker-Schachtelhalm


Der Ackerschachtelhalm ist eine mehrjährige Pflanze ohne Blüten. Aus einer kriechenden Grundachse wachsen im Frühling bis zu 40 ca hohe Stengel heraus, die sich nicht verzweigen, hellbraunsind und Sporen tragen. Erst nachdem die fruchtbaren Triebe abgestorben sind, kommen die grünen Sommersprosse zum Vorschein. Diese wiederum bestehen aus vielen hohlen Gliedern, die sich am Blattgrund leicht voneinander trennen und wieder zusammenstecken lassen.
Jedes Glied geht in einen Blattquirl über, dessen Blätter wiederum am Grund zu einer gezähnten, rings um den Stengel fassenden Scheide zusammengewachsen sind. Alle Pflanzenteile sind fast geruchs- und geschmackslos.
Der Ackerschachtelhalm gedeiht in ganz Europa und zwar vorzugsweise an Böschungen, Acker- und Wiesenrändern sowie im Wald.

Achtung: Nicht mit dem giftigen Sumpf-Schachtelhalm verwechseln!



Ackerschachtelhalm in der Geschichte:
Bereits die Antike kannte den Ackerschachtelhalm als Heilpflanze. Die Griechen nannten sie hippuris, Pferdeschwanz. Dioskurides empfahl sie als Blutstiller, und Plinius der Ältere behauptete sogar, einen Stengel bloß in der Hand zu halten, lasse Blutungen aufhören.
Während des Mittelalters geriet die Heilkraft des Ackerschachtelhalms mehr und mehr in Vergessenheit. Vielmehr wurde er in erster Linie als Reinigungsmittel für metallische Gegenstände empfohlen, vorzugsweise solche aus Zinn (daher auch seine verschiedenen Namen). Erst Sebastian Kneipp verhalf der Pflanze wieder zu ihrem guten Ruf in der Heilkunde, indem er sie zu Wundheilung und bei Rheuma und Gicht empfahl. Nur wenig später entdeckte mana uch ihre antibakteriellen Eigenschaften zum Durchspülen bei Blasen- und Nierenleiden neu. Als Blutstiller hat der Schachtelhalm heute allerdings weitgehend ausgedient.

Magie:
"Stengel kopfüber im Schlafzimmer trocknen lassen und auch kopfüber übers Bett hängen; bringt dem Mann Fruchtbarkeit.
Der Rauch des verbrannten Krautes zieht Schlangen an, die bei der Wahrsagerei behilflich sind."


Foto: LINK

Literaturhinweise:
Magisches Kreutherkompendium des Magister Botanicus, Speyer 1995
Schneider/Frey: Drogenkunde nach Wirkstoffgruppen unter Einschluss der botanischen Grundlagen, Darmstadt 1964
Elfrune Wendelberger, Heilpflanzen, BLV-Naturführer, München 1993