Melisse

Die Melisse stammt vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum, von wo aus sie als Handelsgut nach Europa kam. Älteste archäologische Nachweise für ihre Verwendung stammen aus dem Schweizer Alpenvorland und konnten in das 4. Jt. v. Chr. datiert werden.
Im antiken griechischen Kulturkreis wurde die Pflanze vor allem als Bienenfutterpflanze genutzt, was ihr auch den Namen gab: melitta/melissa = griech. Biene.
Schon damals war auch ihre beruhigende und krampflösende Wirkung bekannt. Die Römer übernahmen die Bezeichnung und übersetzten sie mit apiacum, die frühmittelalterlichen germanischen Sprachen mit biniuurt oder bin(e)suga.
Während des Mittelalters gehörte die Melisse zu den festen Bestandteilen eines Klostergartens, obwohl sie damals noch nicht winterhart war. Erst mit der Zeit entwickelte man Sorten, die den Frost überstanden.

Hildegard von Bingen nennt sie als Herz und Magen stärkendes Mittel, Albertus Magnus empfiehlt sie bei Blähungen und zum Einweichen von Geschwüren.

Ihre spätere Bezeichnung muterkrut rührt von ihrer Verwendung bei Frauenleiden her, die schon in der Antike bei Dioskurides genannt wird.

Magie:
"Räuchere einen Raum mit Melissenblättern aus, wenn  hier ein kranker genesen soll. Es reinigt die Luft und stärkt die Hoffnung.
Die Melisse macht anmutige Träume, wenn man sie zum Nachtmahl genießt.
Die Haare regelmäßig mit Melissengeist gewaschen, läßt sie niemals grau werden."



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Literaturhinweise:
Küster, H.: Kleine Kulturgeschichte der Gewürze, München 2003
Magisches Kreutherkompendium des Magister Botanicus, Speyer 1995
Müller, I.: Artikel "Melisse" in LexMa Bd. VI, München 1993
Schneider/Frey: Drogenkunde nach Wirkstoffgruppen unter Einschluss der botanischen Grundlagen, Darmstadt 1964