Wissenswertes über Löwenzahn


Löwenzahnwurzel


Für Heilzwecke ist es sinnvoll, die Wurzel zusammen mit der jungen Blattrosette zu sammeln, also spätestens bis in den Mai. Sie enthält bis zu 10 % Bitterstoffe, dazu Saponine, Gerbstoffe und Mineralien, vor allem Natrium und Kalium. Der Löwenzahn ist reich an Provitamin A und D, Vitamin C, E und B und enthält außerdem Zink. Löwenzahn bringt den ganzen Körper in Schwung! Er wirkt vor allem auf die Leber und wird auch gegen Gallenleiden bis hin zur Behandlung von Gallensteinen und Gelbsucht eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete reichen von Diabetes über Blutreinigung, Magen-Darmleiden, Nieren- und Blasenentzündung bis hin zur Behandlung von Bettnässen und Hämorrhoiden. Außerdem wirkt Löwenzahn entgiftend, wundheilend, ausleitend und entzündungshemmend. Auch bei Rheuma und Gicht, bei Hautkrankheiten und zur Rekonvaleszenz ist er einsetzbar. Eine vierwöchige Löwenzahnkur zweimal jährlich kann die Bildung von Gallensteinen verhindern.

Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum officinale agg.) ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Umgangssprachlich wird diese Art einfach als Löwenzahn bezeichnet.

Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 10 und 60 cm hoch. Die Blätter sind recht variabel meist schrotsägeförmig, jedoch manchmal auch ganzrandig und stehen in einer grundständigen Rosette. Am Ende des hohlen und milchsaftführenden Stängels steht jeweils nur ein gelber Blütenkopf. Der Blütenkopf ist nur bei Sonnenlicht geöffnet und besteht ausschließlich aus Zungenblüten. Die äußeren Hüllblätter sind stets zurückgeschlagen. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Oktober.

Der Löwenzahn ist mit seiner bis zu zwei Meter tief wurzelnden Pfahlwurzel eine Pionierpflanze. Er kann selbst ohne Befruchtung in seinen Samenanlagen Embryonen bilden. Somit ist die geschlechtliche Fortpflanzung durch eine ungeschlechtliche ersetzt worden.

Die Samen (Schirmflieger) bilden dann die sogenannte "Pusteblume" und werden durch den Wind verbreitet.

Die Pflanze ist sehr häufig, sie wächst auf Wiesen, an Wegrainen und in Gärten. Sie ist stickstoffliebend. Beheimatet ist der Löwenzahn in Europa, Asien und Nordamerika. In anderen Teilen der Welt ist er als Kosmopolit inzwischen ebenfalls eingebürgert. Im Gebirge ist er bis etwa 2800 m NN vertreten.

Die vielen Namen spiegeln den Bekanntsheitgrad dieser Art wieder: Pusteblume, Hundeblume, in nördlichen Regionen Deutschlands Butterblume (Butterblume werden verschiedene Pflanzenarten genannt), Kuhblume oder Milchscheck genannt, in Thüringen volkstümlich auch Milchbusch, im Schweizerischen auch Saublueme, Schwiiblueme, Säutätsch oder Chrottepösche. In Teilen der Eifel heißt der Löwenzahn Eierpetsch und Backenzahn.

Wegen seiner harntreibenden Wirkung ist der Löwenzahn auch bekannt als Pissblume (Bergisches Land), Seichkraut (Bayern), Bettsoicher (Schwaben), Bettpisser und Bettsäächer (Pfalz), Bettseicher (Saarland), piss en lit (das heißt piss ins Bett, Frankreich), "Hundsblume" und Pisser und Bettnässer.

Inhaltsstoffe sind Bitterstoffe (Taraxacin), Inulin, Cholin, Vitamin C und Vitamin B2, Harze, Triterpene (Taxasterolderivate) und ein hoher Kaliumgehalt. Als wichtigster Bestandteil gilt das Taraxacin, das in Wurzel und Kraut enthalten ist.

Der Milchsaft wurde früher zur Behandlung von Augenkrankheiten verwendet (griechisch taraxis = Augenentzündung und akeomai = ich heile).

Löwenzahn wird zur Zellstoffwechselaktivierung genutzt. Er ist ein Cholergikum (Gallenmittel) und somit magensaftanregend, fördert Gallesekretion und die Entleerung der Gallenblase, ist pankreassaftanregend und regt die Ausscheidung über Leber und Niere (diuretische Wirkung) an.

Folgende Pflanzenteile werden als Droge verwendet:

  • Löwenzahnblätter (syn. Löwenzahnkraut) als Taraxaci folium (syn. Folium Taraxaci, Herba Taraxaci, Taraxaci herba);
  • Löwenzahnwurzel (syn. Kuhblumenwurzel, Seicherwurzel) als Taraxaci radix (syn. Radix lentis leonis, Radix Taraxaci);
  • Löwenzahnwurzel mit Kraut (syn. Löwenzahn, Löwenzahn-Ganzpflanze, Pissblume) als Taraxaci radix cum herba (syn. Herba Taraxaci cum radice, Radix Taraxaci cum herba).

In der Volksheilkunde wird Löwenzahn zur Blutreinigung, bei rheumatischen Erkrankungen, Gicht, Ekzemen, Lebererkrankungen und zur Diurese angewendet. Wie beim Schöllkraut (Chelidonium majus) wurde der Milchsaft auch zur Behandlung von Warzen gebraucht.

Löwenzahn wird auch zur Vorbeugung gegen Rheuma verwendet.

Junge Blätter vom Löwenzahn können als Wildsalat verarbeitet werden. Aus der getrockneten Wurzel der Pflanze wurde in der Nachkriegszeit ein Ersatzkaffee hergestellt (Zichorienwurzelersatz). Die gelben Blüten eignen sich hervorragend zur Herstellung eines wohlschmeckenden, honigähnlichen Sirups oder Gelees als Brotaufstrich.

Durch das frühe Erscheinen der Blüten ist diese Art eine wichtige Bienenweide, die der Entwicklung der Bienenvölker im Frühjahr dient aber auch bei größeren Vorkommen eine Frühtracht - Honigernte ermöglicht.

In Rasenflächen, Beeten und gepflasterten Flächen wird Löwenzahn häufig als unerwünschtes Unkraut empfunden. Das Ausstechen von Hand gestaltet sich mühsam, da die tiefen Pfahlwurzeln vollständig entfernt werden müssen, damit die Pflanze sich nicht erholt. Ein bewährtes Hausmittel zur Bekämpfung von Löwenzahn ist das mittige Bestreuen jeder Pflanze mit einem knappen Teelöffel Speisesalz, was zu einem Absterben der Pflanze innerhalb von einigen Stunden führt.

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