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Geschichtliches


Die Heraldik der ersten Blütezeit des Wappenwesens im Mittelalter war ausgerichtet auf praktische Wappenkunde und -kunst. Ihre Träger waren die Herolde. Gelegentlich wurden deren Kenntnisse in Heroldsbüchern, Wappendichtungen und Turnierbüchern niedergeschrieben. Deren Quellenwert wird jedoch durch spekulativ-phantatsische Deutungen und Symbolik beeinträchtigt. Auch die Wappenbücher des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit sind nicht frei davon. Apokryphe Wappen spielen eine Rolle ([Farbsymbolik]).

Vom späten 15. Jahrhundert überwog die Kanzleiheraldik. Das erste gedruckte Buch zur Heraldik erschien 1460 in England. Im 16. und 17. Jahrhundert folgten zahlreiche theoretische Werke und Wappenbücher. Aber erst in der zweiten Hälfte des 17. jahrhunderts entwickelte sich eine wissenschaftliche Heraldik. Prägend wirkten die Arbeiten des französischen Jesuiten C. F. Menestrier ( 1659) und des deutschen Theologen P.J. Spener. Sie wurden weitergeführt durch den preußischen Oberheroldsrat C.M. Spener sowie den Göttinger Historiker J.C. Gatterer.