Petrus Aponensis


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Leben

Pietro d'Abano war der Sohn eines Notars und hielt sich nach seinem Medizinstudium länger (wahrscheinlich zwischen 1270 und 1290) in Konstantinopel auf. Dort eignete er sich umfassende Kenntnisse der griechischen und arabischen Sprache und Gelehrsamkeit an. Um 1300 war er in Paris, wo er ein Anhänger des Neuplatonismus wurde. Auch ein Teil seiner Werke entstand dort, die bei der Kirche schon früh den Verdacht der Inquisition erregte. Ein erster Prozess endete mit Freispruch. 1306 oder 1307 wurde er auf den Lehrstuhl für Medizin an der Universität Padua berufen, wo er auch Philosophie und Astrologie unterrichtete.

Bald geriet er erneut mit der Kirche in Widerspruch. Da er sich weigerte zu widerrufen, wurde er der Häresie angeklagt und der Inquisition übergeben. Noch vor Beendigung dieses Gerichtsverfahrens verstarb d'Abano 1316 in der Engelsburg. Der Prozess wurde auch nach seinem Tode weitergeführt. Er wurde schuldig gesprochen und zum Tod durch Verbrennen verurteilt.

Als eines seiner wichtigsten Werke gilt heute noch Conciliator differentiarum quae inter philosophos et medicos versantur (Vermittler der Unterschiede bei Philosophen und Ärzten). In 210 Quaestiones geht er darin auf die Theorie und Praxis der Medizin ein. Dieses Werk war auch in seinem Aufbau Vorbild für andere Schriften des Mittelalters.

Astrologie

Pietro d'Abano ist heute als Astrologe vor allem durch seine Ausarbeitungen bezüglich der Monomörien und Dekanate bekannt. Er hat die antike Tradition, die in der arabischen Astrologie überdauert hat, wieder aufgegriffen und ausgearbeitet. Er dürfte sich hier insbesondere an Albumasar orientiert haben. Seine Darstellungen waren ziemlich sicher Vorlage für das Astrolabium planum des Johannes Angelus, und sind wohl relativ original in der deutschen Renaissance-Prachthandschrift, dem Heidelberger Schicksalsbuch, enthalten.

Insbesondere die astrologischen Darstellungen im Palazzo della Ragione in Padua, die zwischen 1425 und 1440 fertiggestellt wurden sollen wohl unmittelbar von d'Abano inspiriert sein. Darüber hinaus war bei d'Abano anscheinend eine Verknüpfung der Dekanate mit bestimmten Schicksalen, die den antiken Dekangöttern ähnelte, noch anerkannt, die Dekanate somit personifiziert, wie dies seinen Ursprung in der ägyptischen Astrologie hatte.

Ein Werk der magischen Astrologie ist das Heptameron, das von Agrippa von Nettesheim in sein magisches Werk integriert wurde, und hauptsächlich über die sieben Wochentage und deren Bedeutung geht. Dieses Werk wird heute zumindest in weiten Teilen d'Abano zugeschrieben.

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